Rick: Fragen kostet nichts

Ich habe ein paar amerikanische Freunde, mit denen ich regelmäßig telefoniere, E-Mails oder gar echte Briefe austausche. Rick ist einer davon. Ich kenne ihn seit 2013, als Ted 2015 seinen schlimmen Unfall hatte, hat er sich als wahrer Freund erwiesen.

Es hatte eine Weile gedauert, bis ich mich mit Rick hatte anfreunden können. Er ist einer der alten „Ureinwohner“. Er war täglich mit Angel am Pier, er gehörte zum „Urgestein“. Er war nett, aber es fiel mir schwer, ihm irgendwie näher zu kommen: Ihm fehlten beide Schneidezähne, und er wirkt ein wenig ungepflegt. Typisch amerikanisch, keine Krankenversicherung, keine Zahnbehandlung. Es fiel mir wirklich schwer, Rick ins Gesicht zu schauen, ohne auf die fehlenden Zähne zu stieren und neutral und nicht irgendwie abgeschreckt zu wirken.

Mit der Zeit gewöhnte ich mich an sein Aussehen. Ich fing an, viel Zeit mit ihm am Pier zu verbringen, ich brachte ihm Schokolade aus Deutschland mit, und ich lud ihn und seine (mittlerweile an Corona verstorbene Frau) regelmäßig zu Partys zu mir nach Hause ein. Rick machte grundsätzlich den Grillmaster, und dafür war ich dankbar.

Schon vor Corona haben Rick und ich viel telefoniert, wenn ich in Deutschland war, aber seit Corona ist es regelmäßiger geworden. Jetzt, da seine Frau gestorben ist, ist Rick vor allem einsam. Ich reagiere darauf, indem ich einfach häufiger und regelmäßiger mit Rick spreche. Mehr kann ich nicht tun.

Ich bin ein recht flirtiger Typ, und auch mit Rick habe ich immer ein wenig rumgeschäkert. Das ist meine Art, das heißt nichts. Und ich habe gedacht, Rick wüsste damit umzugehen. Es gab ein paar Gespräche, in denen Rick Andeutungen machte und meinte, ich sei auch „angenehm fürs Auge“. Einmal meinte er, er sie sicherlich zu alt für mich, und da ich ihm Mut machen wollte, erklärte ich, dass er doch überhaupt nicht alt sei (ich glaube, er ist um die 67). Kurz: Ich ging mit ihm um, wie ich mit allen Leuten umgehe. Nett, freundlich, vielleicht ein bisschen zu aufgeschlossen.

Bei unserem vorletzten Gespräch verabschiedete ich mich, indem ich sagte, ich müsse jetzt duschen. Rick hatte per WhatsApp Videocall angerufen, er hatte mich direkt nach dem Sport erwischt und ich war total verschwitzt. „Ach, nimm das Handy doch mit in die Dusche,“ schlug er vor. Mir schauderte es. In Ricks Ton lag etwas Ernstes. Es war nicht einfach Witz so daher gesagt, es war eine ehrliche Bitte. Ich grinste ihn an, tat seine Bemerkung als Witz ab und legte auf. Beim nächsten Gespräch wiederholte sich das aber. Und da musste ich Klartext mit ihm reden.

Klartext ist so eine Sache. Ich wollte ihm nicht sagen, dass ich ihn nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde. Tatsächlich aber stimmt es. Es hat mich so viele Monate Überwindung gekostet, ich kann mir einfach überhaupt nichts mit ihm vorstellen. Nicht nur, dass er auf mich unästhetisch wirkt, er wirkt auch mindestens eine Generation älter und ist einfach überhaupt nicht, rein gar nicht, mein Typ. Nie im Leben könnte ich irgendwas mit ihm anfangen. Niemals. Völlig undenkbar. Aber das sagte ich ihm natürlich nicht. Stattdessen druckste ich rum und erklärte, ich würde ihn als Freund mögen, wolle das nicht kaputt machen und könne mir deshalb nicht vorstellen, ihm irgendwie näher zu kommen.

War das richtig? Ich weiß es nicht. War es genug? Keine Ahnung. Ich war erleichtert, dieses Gespräch geführt zu haben, aber ich habe leider die Befürchtung, dass es das noch nicht wahr. Rick wird es weiter versuchen, glaube ich, und mir werden sich dabei die Zehennägel rückwärts aufrollen.

Vorgestern rief Rick abends an. Ich saß gerade mit einem Buch auf der Couch, frisch geduscht in Gammelklamotten, ich hatte keine Lust auf einen Videochat. Ich mag das eh nicht, auch nicht, wenn eine Freundin anruft. Also ging ich nicht ran. Eigentlich müsste ich ihn zurückrufen. Das bin ich. So bin ich eigentlich. Aber unser Gespräch vom letzten Mal hängt mir noch nach. Ich möchte nicht wieder in die Situation kommen, sexuelle Avancen aus dem Land der Hillybillys abzuwehren.

Doofe Situation. Ich mag Rick als Freund. Aber jetzt bin ich ihm gegenüber gehemmt. Er sagte bei unserem Gespräch, „Fragen kostet doch nichts“. Nun ja. Kein Geld, aber doch die Unbeschwertheit unserer Beziehung. Schade.

PS: Das Foto zeigt natürlich nicht Rick. Aber eine gewisse Ähnlichkeit gibt es schon.

Süchtig nach Science-Fiction

Ich kann überhaupt nicht aufhören zu lesen. Und ich finde es toll. Gestern konnte ich nicht einschlafen, weil ich zu sehr mit dem Thema meiner neusten Buchreihe befasst bin. Ich liebe Science-Fiction. Nicht die Krieg-der-Sterne-Geschichten, sondern Storys, die in einer uns technologisch überlegenen oder einfach auch nur anderen Welt spielen. Ein wenig wie die Welten, die Captain Kirk damals mit seinem Raumschiff Enterprise besucht hat. Die Folgen aus den 70er Jahren, nicht die danach. Das ist übrigens eine Gratwanderung, denn das Genre „Fantasy“ gefällt mir überhaupt nicht.

Die Buchreihe, die ich jetzt lese, heißt „The Game is Life„, wurde von Terry Schott geschrieben und ist nur auf Englisch erhältlich. Ich lese zurzeit das dritte Buch aus der Reihe. Eigentlich mag ich gar nicht zu viel davon erklären, denn wenn man mit dem ersten Buch beginnt und den Inhalt des dritten schon kennt, dann wird einem ein wenig Spannung geraubt. Es wäre, wie man so schön sagt, ein Spoiler.

Wie der Name schon sagt, geht es darum, dass ein Großteil der Menschheit in einem Computerspiel mit dem Namen EARTH lebt/spielt. Die Spieler auf Earth sind sich nicht bewusst, dass sie nur Avatare in einem Computerspiel sind. Bis auf einige wenige, die das langsam erahnen und eine Art Religion daraus machen. Jaja, die Matrix lässt grüßen. Mein Ex Scotty hätte seine helle Freude. Ich mag das Gedankenspiel jedoch sehr. Denn es ist denkbar. Müsste ich mich festlegen, würde ich dennoch sagen, wir leben ein einziges Mal auf der Erde, es gibt keinen Gott, keine Matrix etc. Aber wie gesagt, es reizt mich, über diesen Tellerrand hinauszublicken und gedanklich zu erkunden, was wäre wenn …

Wer mit dem ersten Buch beginnt, erfährt also schnell, dass die Leute auf Earth nur Avatare der „echten Welt“ Tygon sind. Es passieren einige Intrigen, es ist immer wieder vom „Universum“ die Rede und davon, dass man alles kann, wenn man es nur wirklich will, also wirklich daran glaubt (auch hier wird mit bekannten esoterischen Ideen gespielt), aber im Großen und Ganzen bleibt es eine Art Spionagekrimi mit mystischen Elementen in einer Science-Fiction-Welt. Ich hoffe, damit habe ich nicht schon zu viel verraten.

Man muss sich konzentrieren, wenn man die Bücher liest. Viele verschiedene Charakter, die man auseinanderhalten muss. Mehrere unterschiedliche Welten mit zunächst unterschiedlichen Bedingungen. Für mich hat es sich gelohnt. Das dritte Buch hat alle meine Erwartungen übertroffen und ich freue mich, dass die Reihe noch 6 weitere Bücher zu bieten hat.

Die andere Buchreihe, die mich Anfang des Jahres gepackt hatte, stammt vom deutschen Autor Klaus Seibel. Sie heißt „Die erste Menschheit„. Ich hatte zunächst den Vorläufer „Krieg um den Mond“ gelesen, und das war auch gut so. Dort entdeckt ein unbemannter Mond-Rover eine abgebrochene Schraube von der Erde, die 65 Millionen Jahre alt ist. Und damit beginnt ein weiteres Gedankenexperiment, das mir gefällt: Was wäre, wenn es schon mal eine Menschheit auf Erden gegeben hätte, die unserer technologisch weit voraus war? Ja, ich weiß, auch das ist kein neues Denken, aber auch diese Vorstellung gefällt mir. In dieser Reihe stellt sich heraus, dass es tatsächlich eine vorherige Menschheit – also die erste – gab, und dass sie eine für uns sehr hilfreiche Technologie hatte, die den Menschen von heute nach und nach verfügbar wird. Die Reihe besteht offiziell aus sechs Büchern, aber es gibt zahlreiche Spin-Offs. Ich habe sie damals nach meiner Operation Ende Dezember nur so verschlungen, fast ein Buch pro Tag. Irgendwann wurde mir das Thema langweilig und ich machte mich auf die Suche nach anderen Büchern. Klaus Seibel steht jedoch weiterhin hoch oben auf meiner Liste, wenn ich keinen Bock mehr auf Terry Schott habe, dann kehre ich zu ihm zurück.

Natürlich lese ich nicht nur diese beiden Autoren. Andy Weir (der vor Jahren „Der Marsianer“ geschrieben hat), hat ein neues Buch mit dem Titel „Der Astronaut“ herausgebracht. Wie schon beim Marsianer ist viel von wissenschaftlichen Experimenten die Rede, die ich oft nur zur Hälfte verstehe, was der Geschichte aber gar keinen Abbruch tut. Ich fand sie so toll, dass ich meinem Vater beide Bücher geschenkt habe. Der hat ja mal Chemie studiert und auch Physik unterrichtet. Es wird ihm sicherlich gefallen.

Auch John Marrs hat sich zu einem meiner Lieblingsautoren entpuppt. Mit „The Passengers“ bin ich (bei einem Hörspiel) auf ihn aufmerksam geworden. Hierbei geht es um ein kritisches Gedankenspiel wie es wäre, wenn in unserer Welt nur noch autonome Fahrzeuge fahren würden. Es geht um künstliche Intelligenz, Ethik, Moral … das Ganze gemischt mit ein bisschen Thriller-Spannung, genau das Richtige für mich. Auch „The One“ von ihm hat mir sehr gefallen: Eine Forscherin entdeckt ein Gen, mit dem es möglich ist, Menschen so zusammenzuführen, dass sie die perfekte Liebe finden. Auch hier ist es wieder eine Mischung aus Gedankenspiel und Thriller, genau meine Wellenlänge. Netflix hat es mittlerweile im Programm, wobei mir, wie so oft, die Buchversion viel besser gefällt. Amazon Prime hat übrigens eine ähnliche Geschichte auf Lager: Soulmates. Es wirkt fast, als wurde da gegenseitig abgeschrieben, denn die Grundlage beider Geschichten ist gleich. So oder so, das Buch von John Marrs gefällt mir am besten. Ich habe mittlerweile viele weitere Bücher von ihm gelesen, aber die beiden oben erwähnten Geschichten sind meine Favoriten.

Also, meine Vorliebe für Science-Fiction ist deutlich sichtbar. Das hat mit etwa 13 Jahren (schätze ich) mit Stanislav Lem begonnen. Einige kennen vielleicht den Film Solaris, die Geschichte stammt von ihm. Eine verstörende Geschichte, die allerdings nicht zu meinen Lieblingserzählungen von Stanislav Lem gehört. „Das schwarze Kabinett des Professor Tarantogas“ wird mir wohl immer im Gedächtnis bleiben. Es ist eine Kurzgeschichte aus dem Band „Die phantastischen Erzählungen“. Wenn ich mich nicht irre (ich muss mal in meinem Bücherschrank nachgucken) geht es auch hier um ein Matrix-ähnliches Gedankenexperiment. Auch „Der futuristische Kongress“ soll dieses Thema aufgreifen.

Bleibt also zusammenfassend zu sagen, dass ich mich beim Lesen gerne in andere Welten vertiefe. Nicht in die Vergangenheit, auch nicht so sehr in die Zukunft, sondern in Welten, in denen der Grund, das Wesen unserer Existenz auf die eine oder andere Weise in Frage gestellt wird.

Die einzige Undoofe unter Doofen

Mir ist aufgefallen, dass ich alle meine Freundinnen „doof“ finde. Dass es eigentlich niemandem in meinem Umfeld gibt, der mir das Wasser reichen kann. Ich habe das Gefühl, dass ich besser bin als andere. Das ist ziemlich eindeutig ein narzisstischer Zug. Andererseits bin ich wahrscheinlich kein Narzisst. Das hat sich zu oft an anderer Stelle gezeigt, und auch alle meine Therapeuten waren sich da einig. Aber wussten sie genug von mir?

Beispiele gefällig? Nehmen wir meine letzten Freundinnen:

Petra: Ich finde die Tatsache, dass sie nun schon fast 1,5 Jahre arbeitslos ist und keine Anstalten macht, diesen Zustand zu ändern, „doof“. Mir fehlt hier das richtige Wort. Ich weiß, dass es ihr nicht gelingt, sich aufzurappeln, aber mit ihrem Verhalten ist sie eine Last für die Gesellschaft. Sie kassiert eine Form des Arbeitslosengeldes (ich kenn mich mit der Terminologie nicht aus), weil sie schlicht und einfach zu faul ist, sich um einen Job zu bemühen (sie sagt tatsächlich, sie möchte nicht mehr arbeiten). Stattdessen hat sie sich einen jungen Hund angeschafft, der noch nicht stubenrein ist und ihr mehr als genug Ablenkung gibt. Und was den Hund anbelangt, so finde ich ihr Verhalten ebenfalls verantwortungslos: Sie lässt ihn auf den Quadratmeter Rasen pinkeln, den sie in Kacheln auf ihrem Hochhaus-Balkon ausgelegt hat, und wundert sich, dass ein noch nicht einmal drei Monate alter fast 20 kg schwerer Hund in einer 50 Quadratmeter großen Wohnung raderdoll wird und alles kurz und klein haut. Den Rassehund hat sie für richtig viel Geld gekauft und darüber hinaus hat sie entschieden, ihn zu „barfen“, das heißt, er wird auch in Zukunft richtig Kohle kosten – und das, obwohl sie arbeitslos ist und zu bleiben gedenkt. Genug Gründe, die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen und sie für irgendwie „doof“ zu halten. Das Seltsame daran ist, dass ich sie wirklich mag. Trotz allem. Ich mag sie, hab sie richtig gerne. Als ob ich jemanden doof finden müsste, um ihn gern zu haben.

Oder Karin, die Geschichte ist ja bekannt. Die hat mir vor über einem Jahr gesagt, ich solle mich doch selbst umbringen. Diesen Ausspruch kann ich nicht vergessen, obwohl mir bewusst ist, dass sie es nicht „böse“ gemeint hat. Es ist ihr einfach so rausgerutscht. Aber sie hat mich tief verletzt und die Freundschaft ging zu Bruch. Aber schon vorher fand ich sie „doof“. Ähnlich wie Petra fand ich, dass sie dem Staat auf der Tasche liegt. Sie ist selbstständig, arbeitet jedoch sehr wenig und lässt sich das fehlende Geld als Unterstützung vom Arbeitsamt geben. Sie trickst hier und da und kann sich auf diese Weise ein faules Leben machen. Ich finde das verachtenswert. Kurz habe ich überlegt, ob ich eifersüchtig bin. Nein, ich glaube nicht.

Oder vor ihr Andrea. Die hat mir vor über einem Jahr die Freundschaft gekündigt, da ich ihr zu anstrengend war. Auch das hat mich sehr verletzt. Aber auch das kam, nachdem ich angefangen hatte, sie „doof“ zu finden. Weil sie nichts unternimmt, um glücklich zu sein. Weil sie in einer freudlosen Ehe ausharrt und gemeinsam mit ihrem Mann nur noch auf die Rente und dann den Tod wartet. Weil sie, wie ich finde, auch in der Erziehung ihres Sohnes versagt hat (das sage ich, die keine Kinder hat und damit überhaupt keine Ahnung). Der Kerl hat die Hauptschule mit Erlaubnis der Eltern abgebrochen. Liegt jetzt einfach den Eltern auf der Tasche, und die machen das mit, weil der arme Kleine ja so sensibel ist. Da stimmt doch auch irgendwas nicht?! Also, Andrea fand ich auch „doof“.

Oder meinen Ex-Mann. Ich fand immer, dass er „doof“ war, weil er offensichtlich (das sagte er selbst) totunglücklich in seinem Leben war. Seine Ehe existierte nur noch auf dem Papier, an der Erziehung seines Sohnes hatte er kein großes Interesse mehr, und so verbrachte er seine Tage mit einem Job, den er hasste (er hasste Arbeit schon, als ich ihn vor 30 Jahren kennen lernte, damals wollte er jung viel arbeiten und früh in Rente gehen, hat wohl nicht geklappt), wartend auf das große Wunder. Wie genau das aussehen sollte, wusste er wohl auch nicht, aber er war offensichtlich gerne bereit, zu lügen und zu betrügen, um den Status quo aufrechtzuerhalten. Ich fand ihn immer schon schwach, als ich jedoch erfuhr, dass er seine Frau 12 Jahre lang mit einer anderen betrogen hatte und jetzt seit Jahren der anderen heulend nachtrauerte, konnte ich keine Sympathie mehr für ihn aufwenden. Eigentlich hatte ich gedacht, dass er der „beste“ Mann gewesen sei, den ich je kennen gelernt hatte. Offensichtlich hatte ich ihn auf ein Podest gestellt, auf das er nicht gehörte. Also, Stefan fand ich auch „doof“.

Ich könnte jetzt ewig so weitermachen und weitere Ex-Freunde und -Freundinnen auflisten, die ich „doof“ gefunden habe. Und das lässt mich vermuten, dass ich mich offensichtlich gerne mit Leuten umgebe, die ich „doof“ finden kann. Die Küchentischpsychologin in mir würde behaupten, dass das den Zweck hat, mich „undoof“, also besser als sie zu fühlen. Auffällig ist auch, wie ich schon sagte, dass ich diese Leute trotzdem „lieb“ habe. Kann ich nur lieben, was ich „doof“ finde? Habe ich zu viel Angst Leute zu lieben, die ich „undoof“, also mir gleichwertig empfinde?

Gibt es überhaupt Menschen in meinem Leben, die ich „undoof“ finde? Von denen ich glaube, dass sie mir das Wasser reichen können? Eine ganze Menge. Das sind aber durchweg Leute, die ich kaum kenne. Ich gehe stark davon aus, dass sie auch „doof“ werden, sobald ich mehr von ihnen weiß.

Das ist eindeutig ein stark narzisstischer Zug. Das ist ein Thema, das ich gerne real besprechen würde. Zum Beispiel mit Petra, mit der ich über solche Dinge rede. Aber ich kann ihr ja kaum sagen, dass ich sie doof finde.

Ich selbst finde mich natürlich toll. Ganz im Ernst. Ich bin ehrlich, aufrichtig, fleißig, treu, intelligent, zuverlässig … nennt mir eine positive Eigenschaft, ich verkörpere sie. Ich bin das Gute in Person. Ganz diffus ist mir bewusst, dass das gar nicht sein kann. Wer meine Beiträge hier gelesen hat, weiß auch, dass es nicht so ist. Dennoch empfinde ich so. Ich bin ein guter Mensch. Dabei weiß ich, dass ich mich in der Vergangenheit auch „doof“ verhalten habe. Die Sache mit Ted, die Tatsache, dass ich ihm zum Fremdgehen verholfen habe, dass ich all das trotz besserem Wissen mitgemacht habe und ihm hinterher auch noch die Schuld gegeben habe, als wäre ich die personifizierte Naivität. Nein, das war „doof“. Natürlich habe ich eine gute Entschuldigung dafür: Ich war krank, meine doofe Mutter war Schuld. Ich konnte nicht anders, ich habe einfach die dummen Muster, die ich mir ihr zuliebe angeeignet hatte, ausgelebt. Ich unschuldiges Lamm. Nein, ganz ehrlich, das darf nicht zählen. Klar habe ich Entschuldigungen. Aber genauso wertvolle Entschuldigungen haben auch Petra, Karin, Stefan, Andrea, Susanne, Bine usw.

Letztendlich ist niemand perfekt. Vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer? Vielleicht muss ich einfach akzeptieren, dass ich einer Perfektion nachjage, die es nicht gibt? Aber wie kann es mir gelingen, jemanden, den ich „doof“ finde, plötzlich einfach „undoof“ zu finden? Wie kann ich mich dazu bringen, die Menschen, von denen ich glaube (weiß!), dass sie mir nicht das Wasser reichen können, dennoch zu schätzen, und zwar als gleichwertige, genauso guter (oder schlechter!) Mensch wie ich es bin?

Der Titel ist übrigens eine Anspielung auf meine narzisstisch gestörte Mutter. Die hat wörtlich einmal gesagt, dass sie glaubt, die einzige Normale unter geistig Gestörten in der Familie zu sein.

Eifersüchtige Glücksvergleiche

Ich habe mir über Himmelfahrt frei genommen, und ich genieße meine Freiheit. Ich bin arbeitsmäßig gerade dort, wo ich gegen Ende meiner Anstellungszeit vor fast 20 Jahren war war: Es gruselt mich montagmorgens zu wissen, dass die gesamte Woche noch vor mir liegt. So auch letzten Montag. Also habe ich kurzer Hand entschlossen, mir Donnerstag und Freitag freizunehmen. Normalerweise gehen die deutschen Feiertage völlig an mir vorbei: Ich arbeite international, in irgendeinem Land gibt es diesen Feiertag dann nicht, und Kunden aus genau diesen Ländern sprechen mich dann an und bitten um Mithilfe bei ihren Projekten. Nachdem mir der „Urlaub“ nach meiner OP im Dezember aber so gut getan hat, und da mir damals auch kein Kunde aufgrund meiner Abwesenheit weggelaufen ist, habe ich entschlossen, häufiger echten Urlaub zu machen. Also wirklich echten Urlaub, bei dem ich für meine Kunden nicht erreichbar bin, gar nicht, auch nicht für Kleinigkeiten. Das habe ich in meiner 20-jährigen Karriere als Selbstständige nie getan. Wird Zeit, dass ich es anfange.

Zufällig hatte ich heute morgen einen Termin bei meiner Diabetologin, und als ich Anfang der Woche dort angerufen hatte, hatte mir man gleich auch einen Termin für eine Coronaimpfung angeboten. Astra Zeneca natürlich, die haben echt Mühe, das Zeug loszuwerden. Astra Zeneca, sei „verbrannt“, meinte meine Ärztin. Der Impfstoff wird für Leute ab 60 empfohlen (bin ich noch nicht), für alle anderen ist er jedoch freigegeben. Ich habe also heute morgen den Pieks bekommen und noch geht es mir gut. Schlimme Nebenwirkungen würden sich, so meint meine Ärztin, nach einer Woche etwa zeigen. Wenn ich also scheußliche Kopfschmerzen bekäme oder einen Hautausschlag, dann sollte ich sofort ins Krankenhaus fahren. Von bekannten weiß ich, dass sie sich am Impftag oder einen Tag später etwas fiebrig oder erkältet gefühlt haben. Wir werden sehen. Tatsächlich ist dieser Impfstoff ja weniger gefährlich als die Anti-Pabypille, die ich über Jahrzehnte genommen habe, oder zahlreiche andere Dinge, die ich freiwillig und ohne viel nachzudenken auf mich nehme.

Eigentlich wollte ich aber von etwas anderem erzählen: Jürgen. Der hatte sich ja per „Telegram“ letztens bei mir gemeldet, und ich fand mein Gespräch über ihn mit Petra sehr interessant. Noch habe ich meine Reaktion nicht verstanden, deshalb möchte ich hier darüber schreiben.

Wie auch in meinem Eintrag beschrieben, hatte mich Jürgens Auftritt (seine Fotos, seine Selbstbeschreibungen) richtig abgetörnt. Als ich Petra (die Jürgen nur aus Erzählungen und von Fotos kennt) vom „neuen Jürgen“ erzählte, reagierte sie absolut positiv. „Oh“, meinte sie, „er hat an sich gearbeitet, das ist gut.“ Das Gespräch war natürlich viel länger, aber es lief immer wieder darauf hinaus, dass Petra es toll fand, dass Jürgen eine „Transformation“ durchgemacht hätte. Sie fände es gut, wenn Leute an „sich arbeiteten“. Ich solle mich doch freuen, dass es Jürgen so gut ginge. Warum ich so negativ sei.

Ja, warum eigentlich? Das ist die große Frage.

Petra hat nicht mehr Informationen zu Jürgen als ich – natürlich davon abgesehen, dass ich Jürgen persönlich kenne und sie nicht, aber ist das soooo ausschlaggebend in diesem Fall? Während sie diese „Transformation“ also als absolut positiv wahrnahm, kam mir diese „Transformation“ bei Jürgen wie eine gruselige, ekelhafte Gehirnwäsche vor. Ich traute ihr nicht. Petra impliziert, dass Jürgen tatsächlich in sich gegangen ist, über sich, die Welt um sich herum und seine Unzulänglichkeiten (z. B. seine Bindungsunfähigkeit) nachgedacht hat und zu einem für sich positiven Ergebnis gekommen ist. Wie gesagt, sie hat nicht mehr Infos als ich. Ich hingegen gehe davon aus, dass er sich von ein paar Hippies oder Gurus in Mexiko das „freie Leben“ hat zeigen lassen und das so toll fand, dass er meint, dass müsse es nun für den Rest seines Lebens sein. An sich nicht schlecht, aber es hat eben nichts mit tatsächlicher „Transformation“ zu tun, sondern eher mit Weglaufen.

Ich traue es Jürgen ehrlich gesagt nicht zu, dass er wirklich an sich „gearbeitet“ hat, wie Petra es vermutet. Aber warum ich so denke und fühle? Keine Ahnung.

Rückblickend wird mir klar, dass Jürgen und ich eigentlich nie tiefschürfende Gespräche miteinander geführt haben und uns deshalb gar nicht richtig kennen. Wir haben beide zwar Wert darauf gelegt, dass unser Verhältnis nicht einfach nur eine Fickbeziehung ist, indem wir auch andere Dinge miteinander unternommen haben, aber wenn ich ehrlich bin, dann waren das nur Alibi-Veranstaltungen, um uns ein gutes Gefühl zu geben, denn die romantischen Essen bei Kerzenlicht waren eben doch nicht mehr als der Auftakt zum nächsten nächtelangen Fick. Ich sage das, weil ich eigentlich gar nichts von Jürgen weiß. Klar, die Eckdaten kenne ich. Aber ich hatte keinen Schimmer, dass er so unglücklich war, wie es seine Aussagen jetzt schließen lassen. Ich dachte, er wäre schon vor langem „angekommen“. Ich habe ihn immer für seine Leichtigkeit beneidet! Er wirkte immer so „gefasst“. So authentisch wissend, wer er ist. Mich hat es ehrlich gesagt überrascht, als er behauptete, er sei jetzt glücklich, da er endlich er selbst sein könnte. Es ist durchaus möglich, dass Petra Recht hat und ich Unrecht. Ich kenne Jürgen einfach nicht genügend, um beurteilen zu können, ob und wie er früher unglücklich war und ob er in der Lage ist (oder in der Notlage war), an sich zu arbeiten.

Unsere Reaktion auf Jürgens angebliche Transformation sagt mehr über uns aus als über Jürgen. Ich reagiere auf meine Gefühle, Petra auf ihre. Mir ist schon früher immer wieder aufgefallen, dass Petra gerne davon spricht, dass sie an sich „arbeitet“ oder dass irgendwer anders noch nicht genug an „sich gearbeitet“ hat. Ja, Petra und ich sind beide sehr reflektierte Menschen, wir hinterfragen unser Handeln und Denken mehr als andere. Petra nennt das „Arbeiten“. Ich nenne das einfach eine Charaktereigenschaft. Mein Reflektieren, also meine Arbeit an mir selbst, hat mich nicht zu einem glücklicheren oder besseren Menschen gemacht. Und ich gehe davon aus, dass es bei Petra ebenso ist, sie scheint mir jetzt auch nicht die allerglücklichste Person auf Erden zu sein, und zurzeit geht es ihr glaube ich sogar richtig scheiße, da sie arbeitslos ist und den Arsch nicht hoch kriegt, um das zu ändern. Stattdessen spielt sie jetzt die Hundemutter – das ist ein Weglaufen, mehr nicht. Ich befürchte, dass ihr großer Unglücks-Knall kurz bevorsteht. Küchentischpsychologie, ich gebe es zu.

Das ist also Petras Seite. Letztendlich ist es aber schön, dass sie Jürgen so positiv sieht. Meine ist also die gegenteilige Seite, und es stellt sich die Frage, warum das so ist? Warum kann ich nicht glauben, dass Jürgen seinen Weg tatsächlich gefunden hat? Warum glaube ich, dass er das Gegenteil von „Arbeiten“ macht, nämlich Weglaufen?

Bin ich eifersüchtig/neidisch? Ich muss zugeben, ich habe bittere Gefühle ihm gegenüber. Ich war zwei Mal mit ihm zusammen, beide Male war er (mit einer anderen Frau) verheiratet. Ich war immer eine Affäre für ihn. Soweit so gut. Aber er war, in der Zeit, in der wir uns kannten, auch mal Single. In der Zeit hat er nie an mich gedacht. Für eien echte Beziehung scheine ich für ihn nie in Frage gekommen zu sein. Stattdessen hat er sich eine andere gesucht, und mich dann erst wieder angesprochen, als die ihm zu langweilig geworden war. Ich war für ihn immer die Zweitfrau, als Erstfrau bin ich ihm noch nicht einmal in den Sinn gekommen. Das tut weh. Das hat mich ein wenig verbittert, das ist tatsächlich so.

Vielleicht schmerzt es mich auch, dass er „angekommen“ ist und ich nicht? Er musst einfach ein paar Monate nach Mexiko fliegen, um sich zu finden, während ich mein ganzes Leben (zumindest aber die letzten 20 Jahre) an mir „arbeite“. Warum fällt es ihm so leicht, während es mir so schwer fällt? Warum hat er Erfolg und ich keinen? Ich war seit meinem ersten und einzigen Fremdgehen Mitte der 90 Jahre allen Männern gegenüber immer ehrlich und treu. Ich habe immer die Fehler (auch) bei mir gesucht. Ich finde, ich habe mich immer fair verhalten. Jürgen, so finde ich, hat gelogen und betrogen. Ich bin die heilige Jungfrau Maria, während er Judas, der Verräter ist. Warum bekommt er ein Happy End, obwohl er so lange und so oft auf Kosten des Glücks anderer gelebt hat, während ich keines bekomme?

Ich denke, genau da liegt der Hase im Pfeffer. Ich gönne ihm sein Glück nicht.

Letztendlich sind Vergleiche dieser Art ja völlig blödsinnig. Man kann Glück oder Unglück oder Schmerz verschiedener Menschen nicht miteinander vergleichen. Meine Zahnschmerzen (habe ich tatsächlich gerade) sind nicht schlimmer als deine. Erstens kann man sie nicht vergleichen, ich kann nicht gleichzeitig in meinem und in deinem Körper sein, um die Schmerzen zu vergleichen, und zweitens sind wir in ganz unterschiedlichen Umgebungen. Möglicherweise ist mein Schmerz zwar nicht so schlimm, dafür aber sind die Umstände so mies, dass der Schmerz weniger tolerabel ist. Es gibt so viele Komponenten des „Wohl-“ oder „Schlechtbefindens“, dass man sie nicht vergleichen kann. Es ist schlicht und einfach unmöglich.

Es bringt mir auch nichts, eifersüchtig auf Jürgen zu sein. Das verschwendet nur meine Energie. Stattdessen sollte ich verstärkt an meinem Glück „arbeiten“. Und genau das werde ich jetzt auch tun.

Abtörnender Jürgen

Nach den stressigen Monaten dieses Jahres (wir haben schon Mai!) bin ich jetzt zum ersten Mal seit langem „arbeitslos“. Das bedeutet, ich habe alle Projekte für meine Kunden erledigt, und mir wurde bisher auch kein neues angekündigt. Es ist noch früh am Tag, noch nicht mal halb 11, ich gehe davon aus, dass da noch was kommen wird. Aber im Moment genieße ich die Freiheit.

Es ist anders als an einem Wochenende, denn ich bin „auf Abruf“. Am Wochenende weiß ich, dass ich Ruhe haben werde und mir meine Zeit ganz alleine einteilen darf. Das genieße ich sehr, und je älter ich werde, umso wichtiger wird das. Bis vor ein paar Jahren habe ich auch fast jedes Wochenende gearbeitet. Nicht viel, nur ein paar Stunden, und meine Wochenstundenzahl erreichte selten 30 Stunden, aber dennoch, ich hatte mich verpflichtet, bestimmte Dinge zu erledigen, und so war ich auch am Wochenende immer irgendwie „eingespannt“. Und ob man es glaubt oder nicht, es macht einen riesigen Unterschied, ob man am Wochenende arbeitet oder nicht, auch wenn es nur wenige Stunden sind. Aber ich musste Mitte 50 werden, um das zu lernen.

Aber darüber wollte ich heute gar nicht reden. Ich wollte über Jürgen reden. Der hat sich nämlich gestern zufällig bei mir gemeldet, als ich ein Konto bei Telegram angelegt hatte. Praktisch sofort, 10 Minuten später. Seltsam.

Jürgen, das ist der knackige Lover, mit dem ich zweimal eine Affäre hatte. Im „Who is Who“ meiner Seiten gibt es eine Beschreibung unserer Beziehung. Ich hatte mich dann im Oktober 2018 entschlossen, mit ihm Schluss zu machen und ihm dazu einen Brief geschrieben, den ich gerade noch mal gelesen habe. Ich bin von mir selbst beeindruckt. Einen Teil dieser Selbsterkenntnisse hatte ich wohl tatsächlich vergessen, denn obwohl ich diese logischen Vorsätze hatte und mit Jürgen durchgezogen habe, hatte ich mich mit meinem Ex-Mann wieder darauf eingelassen. Aber das ist ja jetzt auch beendet.

Nun, Jürgen war etwa vor einem Jahr unangemeldet bei mir reingeschneit und hatte sich verabschiedet. Er wollte so leben wie ich, sagte er. Mehr reisen. Unabhängiger sein, frei. Er wisse nicht, ob wir uns jemals wiedersähen. Es war ein komisches Treffen. Ich war mitten beim Sport gewesen, als er klingelte, und er konnte von Glück sprechen, dass ich die Türe überhaupt geöffnet hatte. Hier in der Großstadt ist das nicht selbstverständlich. Ich war ungeschminkt, ungeduscht, völlig durchgeschwitzt vom Sport und hatte eine sehr wilde Frisur. Eine völlig andere Ann als die, die Jürgen eigentlich kennt. Sein Abschied war seltsam, aber er hat mich nicht traurig gemacht. Die Freundschaft war meines Erachtens sowieso schon lange beendet.

Jetzt also ist er wieder da, zumindest in meinen Gedanken. Er erzählte, dass er ein Jahr in Mexiko gewesen sei und den Sommer über nach Deutschland käme, um seinen Eltern, die alleine nicht mehr klarkämen, zu helfen. Bei der Gelegenheit wird er mich auch besuchen kommen, das ist okay.

Er schickte auch Fotos und erzählte mir von seiner „Transformation“. Und das war skurril. Die Fotos selbst hatten mich schon irritiert. Jürgen war deutlich zu erkennen, aber statt des knackigen Jünglings grinste mich da ein hühnerbrüstiger alter Mann an. Wirklich hühnerbrüstig. Leute, der Kerl hatte mal den Traumkörper eines Gottes. Aber auch ich ändere mich ja immer mal wieder. Zurzeit habe ich wahrscheinlich mehr Muskulatur als er ;-). Auf einem Foto erkannte ich sogar einen Zopf. Kurz geschorene Haare, wie ich sie bei einem Mann mag, aber hinten am Kopf hatte er sich eine Strähne zum Zopf wachsen lassen. Ihgittigitt!

Und dann seine Posen! Offensichtlich hat er Yoga oder so etwas für sich entdeckt, denn auf mehreren Fotos sieht man ihn in Meditationshaltung. Ich habe eine Abneigung gegen Yoga, aber hier muss ich aufpassen. Das kommt durch meine Mutter, die mir in den letzten 40 Jahren meines Lebens Yoga als Allheilmittel für jegliches Problem angepriesen hatte. Ich bin also, wenn ich ehrlich bin, hier nie ganz fair. Ich lehne nicht Yoga ab, sondern teilweise auch meine Mutter. Aber ich mag auch die „Yogis“ nicht. Im Fitnessstudio, in dem ich BodyPump gemacht hatte, fand nach meinem Kurs immer ein Yogakurs statt. Diese Leute schlurften mit langen grauen Haaren (Männlein wie Weiblein) in Socken durch das Studio und zeichneten sich durch muffige Laune und heruntergezogene Mundwinkel aus. Sport setzt Endorphine frei, deswegen powere ich mich ja aus. Beim Yoga scheint das nicht ganz so zu sein.

Ich weiß, ich bin oberflächlich. Wahrscheinlich bin ich vor allem enttäuscht. Aus dem gottgleichen knackigen Kerl ist ein schlurfender Müslifresser geworden. Ja. Das ist gemein. Aber wir sind ja hier unter uns.

Richtig abgetörnt aber hatte mich sein andauerndes Gelaber über seine ach so tolle „Transformation“. Er erzählte von Spiritualität (wenn ich das Wort schon höre, kriege ich Schluckauf), davon, dass er endlich herausgefunden hätte, wer er ist, und damit auch wüsste, wo er hin will. Er sei endlich angekommen und das sei so schön. Traumhaft. Wunderbar. Er sei so glücklich. So unglaublich erfüllt von allem. Das Leben sei so schön.

Schön für ihn. Eigentlich sollte ich nichts daran auszusetzen haben, wenn ich nicht das Gefühl hätte, er wäre einem Brainwashing unterzogen worden. Ganz ehrlich, das klingt fast so, als wäre er jetzt Mitglied einer „spirituellen“ Sekte. So völlig abgefahren, so völlig losgelöst von der Welt um ihn herum. Wie ein Mantra betete er die Worte, die sein neues, glückliches Leben beschrieben, immer und immer wieder herunter. Zu oft. So, als wolle er nicht mich, sondern sich selbst überzeugen. Ach, habe ich schon erwähnt, dass er meint, endlich angekommen und unendlich glücklich zu sein? 😉

Geärgert hat mich auch, dass er nur von sich erzählte. Er fragte zwar zwischendurch einmal, wie es mir geht, aber er ging in keiner Weise auf meine Antwort ein. Und nein, ich erzählte ihm nicht von Antidepressiva und Tränen. Ich sagte ihm, dass die Coronazeit bei mir ebenso zu vielen Änderungen geführt hätte und dass es manchmal nicht einfach sei, ich jedoch davon überzeugt bin, auf dem richtigen Weg zu sein – und so empfinde ich das auch. Das war, wie ich meine, eine sehr persönliche Kurzfassung meines aktuellen Zustands, und er hätte nachfragen müssen/sollen. Hat er aber nicht. Stattdessen erzählte er weiter von Spiritualität und wiederholte seine Aussagen zu seinem „Glück“, seiner „Freiheit“, seiner „Transformation“ und so weiter. Er ging null auf mich ein und beteuerte stattdessen, wie gut es ihm endlich ginge.

Wieder wird mir klar, dass Jürgen überhaupt niemals mein Typ gewesen ist. Unsere Beziehung war sehr oberflächlich. Ich fühlte mich von seinem Äußeren angezogen, und ich fand es toll, wie verbindlich und lieb er sich mir gegenüber verhielt. Jegliche Anzeichen dafür, dass er meine Weltanschauung nicht teilen würde (und die waren da, er ist ebenso wie Scotty ein Verschwörungstheoretiker, wenn auch nicht ganz so krass) oder dass er sich eigentlich gar nicht für mich, sondern nur für unser Beziehungskonstrukt interessierte, hatte ich erfolgreich ausgeblendet.

Einerseits ärgert mich das: Ich habe meine Zeit in der Vergangenheit wirklich mit den absolut falschen Menschen um mich herum vergeudet. Andererseits ist es natürlich gut, dass ich es heute sehe und mich entsprechend verhalte. Ohne die Erlebnisse aus meiner Vergangenheit wäre das nicht möglich. Das ist jedoch auch die Ursache für meine Einsamkeit: Ich traue meinem eigenen Urteil nicht mehr und bleibe lieber allein, als noch mal enttäuscht zu werden.

Brieffreundschaft beendet

Ich habe soeben die Brieffreundschaft zu meinem Ex-Mann Stefan beendet. Ich hatte schon häufig darüber nachgedacht, es aber nie übers Herz gebracht. Letztens hatte er mir eine E-Mail geschrieben, in der er sagte, sehr traurig zu sein, da er das Auto seiner verflossenen Affärefeau (Trennung 2019) auf irgendeinem Parkplatz gesehen hatte und dann ewig auf der Suche nach ihr durch das Kaufhaus gelaufen sei, ohne Erfolg. Natürlich tat mir das Leid. Aber was sollte ich dazu sagen? Ich habe einfach erst mal nicht geantwortet, da mir keine sinnige Antwort einfiel. Und dann hat er mir gestern (nach einer Woche Stille) geschrieben und mich gefragt, was denn los sei. Heute habe ich kurz geantwortet, ich sagte ihm, dass ich keine Lust zu schreiben hätte, und dass wir eh nicht so viel gemeinsam hätten. Nach etwas Nachdenken kam mir das aber zu kryptisch vor, und so habe ich ihm ergänzend folgende E-Mail geschickt:

Hallo Stefan,

es tut mir leid, meine letzte E-Mail wird ohne Erklärung wohl eher gemein wirken. Das ist nicht meine Absicht.

Ich habe in den letzten Monaten beobachtet, dass wir Smalltalk nebeneinanderher machen. Sowas finde ich grundsätzlich doof, ich kann das auch nicht gut. Du kannst mir kein richtiger Freund sein, da unsere Freundschaft aus nachvollziehbaren Gründen immer strukturell wie die zwischen unerlaubten Geliebten sein wird. Ich habe Dir schon mal gesagt, dass ich das nicht mehr möchte, bei niemandem. Ich kann Dich eigentlich nur per E-Mail anschreiben und hoffen, dass Du dann antwortest. Anrufen geht nur unter Vorbehalt, vorbeikommen gar nicht. Du hast mir erklärt, warum das so ist, das ist aus Deiner Perspektive durchaus verständlich, aber das ändert nichts daran, dass es mir a) nicht gefällt und dass ich es aus meiner Perspektive b) auch für blödsinnig halte. Was ist das für ein Mensch, der seine Freundschaften, falls sie ihm wirklich etwas bedeuten, nicht pflegen kann, weil ihm das seine Ehefrau verbietet? Ich mache nichts Verbotenes, warum muss ich dafür bestraft werden? Du gehst hier den einfachsten Weg, und in diesem Fall auf meine Kosten. Dass Du Deine „Kosten“ als unverhältnismäßig hoch betrachtest, habe ich verstanden, das ist letztendlich jedoch Deine Sache.

Ich finde es sehr traurig zu beobachten, wie Du Dich immer wieder im Kreis drehst und sich gar nichts in Deinem Leben ändert. Ich sehe, wie unglücklich Du bist. Im Job wie auch in der Liebe. Deine Geschichte über das Auto Deiner Geliebten im Parkhaus, die Du mir letztens erzählt hast, zeigt ja, dass Du Dir eine ganz andere Realität wünschst. Aus meiner Perspektive sieht das ein wenig so aus, als würdest Du Dich selbst bestrafen wollen. Wofür? Ich habe so viele Male versucht, Dir zu zeigen, dass es einen Weg aus Deinem Gedankengefängnis gibt, aber wenn die Liebe zu Deiner Geliebten Dich nicht schon befreien konnte, dann auch nicht die ständigen Wiederholungen Deiner Ex-Frau. All das erinnert mich leider sehr heftig an das, was ich mit Ted erlebt habe. Und Ted habe ich immer wieder Folgendes gesagt: Es wird sich nichts ändern, solange Du nichts änderst.

Es ist für mich auch sehr anstrengend, Dich immer wieder gegen die Wand rennen zu sehen. Du bist nicht bereit, Dir irgendeinen meiner Tipps zu Herzen zu nehmen, für Dich „geht“ es eben nicht anders. Das ist für mich frustrierend. Warum soll ich dann noch etwas zu einer E-Mail von Dir sagen, in der Du mir Dein Unglück schilderst, weil Du Dich mal wieder an Deine unerfüllte Liebe erinnerst? Das tut mir leid, ja. Ich würde Dich gerne in den Arm nehmen oder trösten, aber das geht ja nicht, schon gar nicht per E-Mail. Und mögliche Ratschläge zu Deinem Dilemma habe ich Dir schon zu genüge gegeben, ich würde mich nur wiederholen.

Wenn Du also etwas änderst, das eine normale Freundschaft zwischen uns ermöglicht, bei der ich nicht das Gefühl habe, es „nicht wert“ zu sein, dann können wir versuchen, dort fortzufahren, wo wir aufgehört haben. Ich habe Dich sehr lieb, und auch mein Vater hat letztens wehmütig von Dir gesprochen. So jedoch möchte ich aber nicht fortfahren. Wir schlagen beide nur unsere Zeit tot.

Ann

Liest es sich wie Erpressung? Das soll es nicht. Eigentlich erwarte ich keine Reaktion von Stefan. Es ist nur ein Befreiungsschlag für mich. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich seine E-Mails nicht beantworte, und das ist jetzt vorbei. Klar vermisse ich ihn. Ich habe ihn wirklich lieb und finde es immer toll, wenn er hier bei mir ist. Ich hätte ihn gerne als Freund, einfach weil er für mich so viel Ruhe und Wärme ausstrahlt. Ich wollte mit ihm mal eine Familie gründen, und das verstehe ich auch heute noch. Aber ich sehe auch heute noch, dass er weiterhin in seinen uralten Verhaltensmustern feststeckt. Da hat sich seit unserer Ehe nichts verändert. Ihm werden Lebensumstände „aufgebürdet“, und er tut nichts, rein gar nichts, um sie zu ändern und sich besser zu fühlen. Ob es eine Katze zu viel im Haushalt ist, eine ihn betrügende Ehefrau oder, wie jetzt, das eigene Liebesunglück. Er tut so, als gäbe es keine Möglichkeit, sich oder etwas zu ändern.

Doch. Gibt es. Davon bin ich fest überzeugt.

Das ist pfui!

Ich muss jetzt doch mal über das Thema schreiben, das mich den ganzen Tag schon beschäftigt.

Ich liebe Tiere. Ich habe selbst eine Katze, und ich habe Zeit meines Lebens immer Katzen gehabt. Ich mag auch Pferde, Meerschweinchen, Schildkröten und Fische. Und Vögel, Marienkäfer, Delfine und Hamster. Und ich mag Hunde.

Was mir Probleme macht, das sind Menschen. Zurzeit insbesondere Hundebesitzer.

Zwei meiner Freundinnen sind frisch gebackene Hundemuttis. Sich als „Mutter“ eines Tieres zu bezeichnen finde ich schon befremdlich, aber darum geht es nicht hier. Beide Frauen haben sich zeitgleich, aber sicher voneinander beeinflusst, entschieden, sich einen jungen Hund anzuschaffen. Die eine Freundin einen „geretteten“ jungen Welpen aus einem anderen Land, die andere einen gezüchteten Riesen-Rassehund. Noch sind beide Hunde allerdings klein.

Mich nervt das schon beim Walken/Joggen durch den Park. Die Hundebesitzer lassen ihre Hunde frei laufen (versteh ich ja), und so springt mich schon mal der eine oder andere Hund an. Das ist meistens okay, denn ich mag Hunde. Das ist aber nicht okay, wenn ich laufe und eventuell über die Dinger stolpere, und das ist erst recht nicht okay, wenn der Hund ne ewig lange Schleppleine hinter sich herzieht, die die vergangenen 30 Minuten im Schlamm gehangen hat und aus diesem Grund über schlammigem Boden praktisch unsichtbar ist. Mehr als einmal wäre ich fast darüber gestolpert.

Noch mehr nerven mich aber Hundebesitzer, mit denen ich befreundet bin. Und das betrifft nun insbesondere eine der neuen „Hundemuttis“.

Die Frau macht mir eh schon länger Sorgen. Sie ist seit einem Jahr arbeitslos, tut aber nichts dafür, einen neuen Job zu finden. Bald ist es soweit und sie wird Harz IV bekommen. Sie verdrängt diesen Gedanken. Es ist nicht so, als wäre sie reich, wenn es in ein paar Monaten soweit ist, dass ihr Einkommen noch weiter abnimmt, dann wird sie ernsthafte Probleme haben. Keine Ahnung, wie sie sich das vorstellt. Vielleicht zählt sie ja darauf, dass sie ihre Eltern unterstützen. Mit Mitte 50. Ein Gespräch darüber lehnt sie ab, und letztendlich geht mich das alles ja auch gar nichts an. Ich habe mir aber dennoch vorgenommen, demnächst mal mit ihr darüber zu reden. Manchmal braucht man ja einfach einen Arschtritt, um in die Gänge zu kommen, und ich halte sie für eine der letzten mir verbliebenen guten Freundinnen, das ist also quasi meine Aufgabe. Ich werde das natürlich vorsichtig machen.

Wie dem auch sei, diese Frau hat sich also jetzt für mehre tausend Euro einen riesigen Rassehund angeschafft. Sie wohnt in einer kleinen Wohnung und plant, auszuwandern, wie das gehen soll, ist mir eh schleierhaft. Wenn ich sie frage, lacht sie meine Bedenken weg und erklärt, dass man auch mit Hund reisen kann. Sicher, kann man, ist letztendlich aber eine Geldfrage. Vor allem, wenn man mit einem mannshohen Riesenköter reist.

Der Hund wird, so hat sie sich entschieden, „gebarft“. Verstehe ich, ist, wenn man es richtig macht, sicher besser für den Hund, aber das wirft zusätzliche Probleme auf. Ich hatte mich zwar angeboten, den Hund zur Not bei mir aufzunehmen, aber wie soll ich das mit dem Barfen machen? Will sie mir dann den Vorrat für 2 Wochen für diesen Riesenhund mitgeben, wenn sie verreist? Ich weiß schon, wie doof das bei einer 5 kg wiegenden Katze ist. Wie soll das bei einem 50 kg schweren Hund gehen, der nicht einfach Dosenfutter, sondern frisches Fleisch bekommt? Mal ganz davon zu schweigen, dass das für eine Harz V-Empfängerin wahrscheinlich auch recht schwer zu finanzieren sein wird. Aber, wie gesagt, über diese Dinge mag sie nicht nachdenken.

Und das Letzte, was mir Sorgen macht, was ich wirklich bedenklich finde, ist dass dieser Hund nicht in der Lage sein wird, Treppen zu steigen. Ich wohne in der dritten Etage. Fiffi, oder wie auch immer er heißt, kann also nicht mit zu mir kommen. Ich hatte schon große Hunde in meiner Wohnung. Tatsächlich ist meine Wohnung sogar größer als ihre. Und mein Kater kommt mit Hunden klar. Aber ich bin ja auch nicht die einzige Bekannte, die nur über Treppenstufen zu erreichen ist. Ihre beste Freundin wohnt ebenfalls im ersten Stock. Will sie den 50 kg-Hund dann hochtragen? Da muss sie aber noch ein wenig Krafttraining machen. Sie ist Schmerzpatientin, eigentlich kann sie sich gar nicht belasten. Überhaupt finde ich diese überzüchteten Rassen doof, die eigentlich ohne uns Menschen gar nicht lebensfähig wären.

Tja, und dann das andere, das wieder alle „Hundeltern“ betrifft: Die beiden frisch gebackenen „Hundemuttis“ verhalten sich, als hätten sie gerade unter schmerzhaften Wehen ein Wunderkind zur Welt gebracht. Wie bei frischen Eltern ist das einzige Gesprächsthema … na? … ihr ahnt es schon, der Hund. Der Hund. Und noch mal der Hund. Ich habe keinen Hund, ich hatte noch nie einen Hund. Meine einzige Erfahrung mit einem Hund ist die mit Gigi Ende 2019, als ich eine Woche lang für meine Freundin in Florida auf ihren Jack Russel aufgepasst habe. Das war super. Ich mag Hunde! Ich habe Gigis Gesellschaft und auch die damit verbundenen Verpflichtungen, selbst das Kaka-Aufheben, sehr genossen. Und Ann, das muss ich auch dazu sagen, behandelt ihren Hund auch wie einen Hund. Einen geliebten Hund, aber einen Hund. Sie nennt mich zwar „Auntie Ann“, aber der Hund ist nicht Mittelpunkt ihres Lebens. Es ist ein Hund. Basta. Also, trotz Gigi fehlt es mir an Erfahrung mit Hunden, und ganz deutlich fehlt es mir vor allem an Begeisterung für so ein Tier. Obwohl ich Tiere liebe und mir eines Tages sicher auch einen Hund anschaffen werde.

Richtig nervig wird es, wenn man mit solchen Hundeeltern spazieren geht. Und ich gehe viel und ausgiebig spazieren, vor allem mit dieser Freundin, bevor sie sich diesen Hund zugelegt hatte. Ein paar Mal sind wir zusammen auch mit Hund spazieren gegangen. Sie hatte sich um einen anderen Hund gekümmert, quasi zur Probe. Das hat wohl auch dazu geführt, dass sie sich diesen Hund angeschafft hat. Was am Spazierengehen mit Hundemuttis so nervig ist?

Nun, egoistisch ausgedrückt ist es, dass der Hund im Mittelpunkt steht. Mit jungen Hunden wird es noch schlimmer sein. Es ist ein ständiges Gekreische: „Fiffi, ko-homm her!!!“. „Fiffi, pfuii! Das ist bäh!“. „Fiffi, sitz!“. Fiffi hin, Fiffi her. In einer kreischenden Tonlage, die nur frisch gebackene Eltern draufhaben. Ich habe das in Florida am Strand oft gehört, wenn Eltern oder Großeltern ihre Kinder übermäßig gelobt oder gewarnt haben. Die Amis haben das Kreischen besonders gut drauf.

Wisst Ihr, was ich meine? Diese hohe Tonlage, dieses böse, strafende, auffordernde Kreischen?! Ein normales Gespräch ist mit den Hundemuttis nicht mehr möglich, denn sie haben eigentlich nur Augen für ihren Hund, der natürlich ohne Leine herumspringt und deshalb besondere Aufmerksamkeit benötigt. „Fiffi, nein, nicht das Kind anspringen!“ „Keine Angst, Herr Kindsvater, Fiffi will nur spielen, der tut nichts!“, während das 3-jährige Kind, das vom 50-kg-Fiffi angesprungen wird, ebenfalls laut anfängt, zu plärren. Eigentlich sprechen wir gerade über das Thema Selbstliebe (bei Menschen), aber plötzlich ist Hundemutti tief verwickelt in ein Gespräch zum Thema Hundeleinen mit einem Wildfremden. Oder sie spricht über Hunderziehung. Oder Windeln. Ach ne, das war ja bei menschlichen Babys. Und so stehen wir dann mitten im Wald, ich versuche mitzureden, und wenn sich das als sinnlos erweist, tue ich so, als würde mich das alles eh nicht interessieren und spiele an meinem Handy herum. So oder so, so ein Spaziergang ist nicht mehr ein Spaziergang mit einer Freundin, es ist Gassigehen mit Fiffi.

Insbesondere dieses erzieherische Keifen geht mir schrecklich auf den Nerv. Es mach mich in X wie Nix selbst aggressiv. Die ständigen Gesprächsunterbrechungen tragen auch nicht zur Stimmung bei. Es ist, als würde einen ein kleines Kind ständig unterbrechen, nur dass die Unterbrechungen in diesem Fall von der Hundemutti kommen, die, so finde ich, viel zu sehr auf den Hund achtet. Meine Güte, soll sie ihn doch an die Leine nehmen, dann muss sie auch nicht so rumkreischen?!

Ich verstehe die Hundebesitzer ja. Ich bin ja nicht blöd oder herzlos. Und ich mag Hunde, wirklich. Ich weiß nicht, ob ich mich mit eigenem Hund (den ich vielleicht eines Tages wirklich haben werde) anders verhalten würde. Aber zurzeit habe ich keinen Hund, und das hat auch seinen Grund.

Tja. Also am liebsten würde ich meiner Freundin mein Herz ausschütten und ihr genau das sagen. Aber letztendlich ist sie eine der letzten Freunde, die ich noch habe. Ihr Hund scheint gerade ihr Ein und Alles zu sein. Andererseits bin ich es ja gewohnt, Menschen zu vergraulen. Letztes Jahr ist mir das gleich doppelt gelungen. Und wenn diese Freundin hier eh demnächst auswandert in ein Land, das viel zu weit weg ist, um sie dort mal eben so zu besuchen, ist sie sowieso keine Freundin mehr. Zumindest keine so enge. Dann kann ich mir es vielleicht auch erlauben, ihr meine Sorgen über ihre Existenz im Allgemeinen und den Hund im Speziellen mitzuteilen.

So. Ich habe fertig. Sitz! Ich mache jetzt Happi-Happi (mjamm-mjamm) und danach lege ich mich ohne zu bellen brav auf die Couch (sitz!), um in meinem Buch „Was wir sehen wenn wir lieben“ von Kristina Moninger zu lesen. Ich bin noch nicht weit. Es ist eine Liebesgeschichte und dreht sich um eine Frau, die ihr Gedächtnis verloren hat. Bisher recht unterhaltsam, und hoffentlich auch ein wenig nachdenklich machend. Es soll darum gehen, dass man sich ohne aktive Erinnerung trotzdem an die Liebe „erinnert“.

Ankündigung: Beitrag zum Podcast über eine offene Beziehung

Seit Wochen wird mir, wenn ich Mahjongg (!) spiele, der Podcast der Familie „Zimt“ angeboten. Max und Anna sprechen über ihre langjährige offene Beziehung.

Das ist natürlich ein Thema bei dem ich meine, mitreden zu können. Schließlich hatte ich 5 Jahre eine offene Beziehung mit Andreas, hielt diese Beziehungsform für ideal, bis ich merkte, dass sie nur in einer idealen Welt mit optimalen Menschen funktioniert. Oder anders ausgedrückt, ich bin nach Andreas immer wieder daran gescheitert. Aus menschlichen Gründen, und würde es heute nicht mehr wollen.

Dieser Podcast wird mit folgender Frage und Antwort beworben (in meinen Worten):

Anna: „Max, hast du lieber Sex mit anderen Frauen?“

Max: „Provokant ausgedrückt: ja!“

Mir rollten sich dabei die Zehennägel auf. Wie würde ich mit so einer Aussage umgehen? Was halte ich von Max Antwort und Annas Reaktion?

Wer Bock hat, kann sich den Podcast hier anhören, es gibt eine knapp 40-minütige Episode zu dieser Frage. Podimo ist kostenpflichtig, ich hab mich also für eine 14-tägige Probzeit angemeldet, aber direkt wieder gekündigt:

https://share.podimo.com/episode/2b1d59d8-0911-47fd-bb67-92003dd0ac0e?creatorId=f4bdb64f-f177-4a3b-8ec9-b73cf8825410&key=Prtdl7QOJJH0&source=ln&from=mobile

In einem meiner nächsten Beiträge werde ich dazu etwas schreiben. Und natürlich würde mich interessieren, was Ihr davon haltet. Nicht pauschal mit Vorurteilen, sondern wirklich reflektiert. Die meisten von Euch kennen meinen Hintergrund ja.

Zwischenmeldung zu Ostern

Ich habe zurzeit null Bock, am Computer zu sitzen. Jobmäßig mache ich das sowieso die ganze Zeit, und sobald ich Feierabend eingeläutet habe, klappe ich das Laptop zu. Das heißt nicht nur, dass ich hier nicht schreibe, sondern dass ich gar nichts schreibe, und dass auch E-Mails und andere Computerangelegenheiten warten, bis ich wieder arbeite und Zeit dafür habe.

Das Venlafaxin greift, mir geht es wieder besser und ich bin nicht mehr „lebensmüde“. Ich bin wieder die alte Ann, die aber ein bisschen besser auf sich aufpasst. Ich habe übernächste Woche ein Gespräch mit einem Therapeuten und bin mal neugierig, was das wird. Einerseits ist mir die Praxis dieses Therapeuten zu „strukturiert“, andererseits erscheint mir ihr Vorgehen schlau: Nach meiner Anfrage musste ich einen langen Fragebogen ausfüllen, danach bekam ich einen Anruf einer Psychologin, die den Fragebogen gemeinsam mit mir auswertete, wir vereinbarten einen Termin für ein Erstgespräch, was jedoch nicht der Therapiebeginn ist, dafür wird es eine Wartezeit geben. Auf jeden Fall habe ich das Gefühl, dass ich etwas unternehme, dass mir auch geholfen wird, und das ist ja gut.

Meinem Bauch geht es allerdings ziemlich mies. Das Venlafaxin führt (glaube ich) immer mal wieder zu richtig schlimmen Durchfall, so kenne ich das nicht von mir. Tagsüber habe ich meist zumindest leichte, oft aber auch starke, übel riechende Blähungen, und abends ist es ganz schlimm. Oft gehe ich ins Bett, da ich das Rumoren in meinem Bauch nicht mehr ertrage. Und ich stehe morgens auf, weil es direkt nach dem Aufwachen wieder richtig schlimm beginnt, meist ist das um 5 oder 6 Uhr. Es hört erst auf, wenn ich auf dem Klo war, und garantiert ist das auch nicht. Dann habe ich, wenn ich Glück habe, bis 18 Uhr Ruhe. Was jedoch weg ist ist der Druck auf den Enddarm, das war wohl tatsächlich mein Myom, das mir Ende Dezember gemeinsam mit meiner Gebärmutter entfernt wurde. Dennoch geht es mir nicht besser. Mir geht es anders. Oft ist mir übel, weil die Blähungen bis auf den Magen drücken. Ich führe ein Ernährungs-/Stimmungstagebuch und versuche, irgendwelche Zusammenhänge zu erkennen, aber nach etwa einem Monat bin ich genauso ratlos wie vorher.

Jobmäßig läuft es gut, über Ostern habe ich mir frei genommen und das genieße ich. Ich hatte eine kurze Aufregung mit einer Agentur, deren Endkunde meinte, er müsse mich Donnerstagabend für einen Auftrag buchen, der Sonntagabend fertig sein sollte. Den Auftrag habe ich abgelehnt, das fand ich zu unverschämt. Die Agentur war verständnisvoll, der Endkunde nicht so. Aber nicht mein Problem, müssen die ihre Arbeit demnächst eben besser planen. Die Agentur sagte mir, dass es letztes Jahr Ostern genauso gelaufen wäre. Der Endkunde sitzt in den USA und schert sich einen Dreck um europäische Feiertage.

Petra und Karin sind beide werdende Hundeleltern. Ich mag Tiere, aber mir graut es davor. Beide laufen mit Hund keifend durch die Gegend und schimpfen, fordern ihren Hund auf, zu gehorchen, und das macht mich einfach aggressiv. Mir geht das schon auf den Nerv, wenn ich das bei Fremden draußen im Park beobachte/höre. Darüber hinaus sind beide auch so tierverrückt, dass ich bei ihnen das „Babysyndrom“ erwarte. Sie werden nur noch von ihren „Babys“ sprechen. Petra meinte sogar, der Hund den sie sich anschaffen wird könne keine Treppen steigen, das heißt also, dass sie mich nicht mehr besuchen kann. Warum zum Teufel schafft man sich einen Hund an, der keinen Treppen steigen kann?

Sportlich geht es ebenfalls aufwärts. Ich habe wie geplant ein Jahresabo bei „Yvettefit“ abgeschlossen. Yvette Bachmann ist meine Lieblingstrainerin auf Youtube, und ich unterstütze sie gerne auch finanziell. Ihre Videos gibt es (in kleinerer Anzahl) kostenlos auf Youtube, und ich käme damit sicher auch klar, aber ich mag sie und möchte ihr helfen. Außerdem habe ich durch eine Mitgliedschaft natürlich auch Zugriff auf (fast) täglich neue Inhalte. Mal schauen. Mein letztes Sportabo hatte ich bei Sworkit, das habe ich aber nur etwa 4 oder 5 Monate durchgehalten, danach war es mir zu langweilig geworden. Noch sind Yvettes Videos so anstrengend, dass ich nur mit Mühe durchhalte, vor der OP habe ich locker 2 nacheinander (jeweils 60 Minuten) machen können. Ich habe Ziele, und das tut gut. Heute zum Beispiel werde ich erneut das „Metabolic Cardio & Bodyweight Blast“-Video machen. Das ist 60 Minuten fast ununterbrochenes Training mit Gewichten, dabei bleibt meine Herzfrequenz immer über 130, da ich ständig durch die Gegend hopse. Zwischendurch macht man Kniebeugen, Burpees oder Sprünge, auch gerne mit Gewichten. Darüber hinaus habe ich mir ja Ende November auch ein kleines Laufband angeschafft, auf dem ich immer noch fast täglich stramm gehe – Laufen geht ja nicht mehr, mein Popo tut immer noch weh. Es ist besser geworden, aber wenn die Heilung in dem Tempo fortschreitet rechne ich damit, nächstes Jahr schmerzfrei zu sein. Seit Anfang des Jahres (1. Januar) gehe ich täglich 10.000 Schritte, und ich plane, das bis zum Ende des Jahres durchzuhalten.

Im Laufe der Jahre ist mir Zeit für mich alleine abends immer wichtiger geworden. Im Moment sieht es so aus, dass ich spätestens ab 18 Uhr mit einem guten Buch auf der Couch sitze. Auch den Sport versuche ich bis dahin erledigt zu haben, was allerdings nicht immer klappt. Habe ich von der „Mitternachtsbibliothek“ erzählt? Das ist ein Buch von Matt Haig, das mir wieder ein bisschen Lebenslust gemacht habe. Ich habe (erneut) erkannt, dass der Sinn des Lebens darin besteht, im Hier und Jetzt Freude zu haben, dass ich keine großen Ziele brauche. Einfach das Jetzt genießen. Im Buch geht es darum, dass eine junge Frau nach ihrem Selbstmord zunächst in einer Bibliothek landet, die Tausende von Büchern enthält, in denen ihr Leben beschrieben wird, hätte sie andere Entscheidungen getroffen. Sie hat also die Chance, einen Blick in ihr Leben zu werfen, hätte sie sich nicht von XYZ getrennt, wäre sie ihrer Freundin nach Australien gefolgt etc. Es geht im weitesten Sinne um Parallelwelten, und das Thema hat mich immer schon interessiert. Ein leicht zu lesendes Buch, das man auch gut verschenken kann, finde ich. Mein Vater liest es gerade.
So lese ich also fast jeden zweiten Tag ein neues Buch. Meist sind es keine philosophischen Abhandlungen, sondern Psychothriller, und ich genieße es sehr, mit meinem 16-jährigen Kater auf der Couch zu sitzen, mir ein Glas Guinness zu gönnen und einfach nur zu entspannen.

Und so plätschern die Tage vor sich hin. Momentan ist die Welt in Ordnung.

Frohe Ostern!

Höllenwoche

Ich habe eine Höllenwoche hinter mir. Und ich glaube, das lag unter anderem auch am Venlafaxin: Schlaflosigkeit, Depression (Anfangsverschlimmerung), Angst morgens.

Letzten Mittwoch hatte es seinen Höhepunkt erreicht: Ich stand morgens mit dem Gedanken auf: „Heute versuche ich es (das Leben) noch mal.“ Aber keine Angst, niemand muss einen Einsatztrupp in meine Wohnung schicken. Ich habe angefangen, nach einem Psychiater (und damit letztendlich auch nach Therapie) zu suchen, und heute geht es mir auch besser.

Am Mittwoch dachte ich, ich werde verrückt. Ich wache immer (!) mit furchtbarer Angst (vor nichts Konkretem) auf, die dazu führt, dass ich am ganzen Körper zittere. Ich kann das dann im Laufe des Morgens durch „Gedankenkontrolle“ in Griff bekommen, aber es wird immer schwerer und dauert auch immer länger. Da ich keine konkrete Angst vor irgendwas habe, kann ich die Ursache der Angst auch nicht beseitigen (oder mir schönreden). Ich habe es ja schon mal gesagt, ich nehme an, dass es an meinem Gesamtzustand liegt: Unbearbeitete komplexe posttaumatische Belastungsstörung, Corona, die innere Leere nach erfolgreicher Beseitigung der Panikattacken, Existenzangst …

Mein gesamter Körper ist angespannt. Es ist so, als würde ich alles zusammenziehen, was ich zusammenziehen kann. Ich beiße tatsächlich die Zähne aufeinander, spanne meine Nackenmuskulatur an, und sogar meine Füße sind verkrampft. Nachdem ich im Laufe des Mittwochs immer wieder Entspannungs- und Meditationsübungen gemacht hatte, wurde es besser, und abends fiel mir dann auch endlich auf, dass das wahrscheinlich eine Nebenwirkung des Antidepressivums war. Ich habe es ja schon mal erzählt, als ich Venlafaxin das erste Mal genommen habe, habe ich am zweiten oder dritten Tag den Notarzt angerufen, weil ich das Gefühl hatte, innerlich zu explodieren. Venlafaxin ist ein potentes Antidepressivum und hatte mir auch damals meine Angst völlig beseitigt. Ich hoffe also, dass es auch dieses Mal helfen wird.

Ich muss aber erst mal einen ausreichenden „Spiegel“ aufbauen. Zurzeit nehme ich 37,5 mg, das ist viel zu wenig. Die normale Dosis ist 150 mg. Ich möchte das Zeugs einschleichen, seit einer Woche bin ich also bei der „ganzen“ Tablette mit dieser Mini-Dosis, in den nächsten Woche werde ich die Dosis dann langsam auf 75 mg aufbauen (damals hatte ich damit schon eine positive Wirkung gespürt) und hoffe, dass das dann auch reicht. Ich habe also noch einen langen Weg vor mir.

Meinem Bauch geht es auch ziemlich schlecht. Wenn ich morgens aufwache, ist der „Druck“ im Bauch so schlimm (manchmal mit echt fiesen, schneidenden Schmerzen), dass ich nicht mehr einschlafen kann. Und wenn es dann zufällig erst 5.30 Uhr ist, dann ist das eben so. Ausschlafen kann ich schon lange genau deshalb nicht mehr, sodass ich aufgrund meiner sowieso vorhandenen Schlafstörungen auch unter chronischem Schlafmangel leide. Es dauert dann zwischen 20 und 120 Minuten, bis sich das Problem erledigt hat, und danach kann ich dann oft einen mehr oder weniger unbeschwerten Tag erleben. Manchmal ist der ganze Tag mies (mit starken Blähungen und ständigem Stuhldrang, sodass ich 10 Mal am Tag länger als 5 Minuten auf dem Thron sitze), an manchen Tagen fangen die Probleme erst gegen 21 Uhr wieder an. Das sind die guten Tage. Vorgestern war so einer. Gestern allerdings war es wieder besonders fies. Die Vermutung liegt nahe, dass Psyche und Darm hier zusammenspielen, nur leider finde ich überhaupt keine Korrelation. Auch nicht mit der Ernährung. Ich weiß nur, dass es umso schlimmer wird, je mehr ich esse. Also esse ich tagsüber kaum etwas. Da mir die nicht-retardierte Form von Venlafaxin ja ganz schlimmen Durchfall beschert hat gehe ich davon aus, dass auch die Version, die ich jetzt nehme, irgendwas mit meinem Bauch macht.

Dazu nehme ich ja weiterhin meine „Notlösung„. Das Schöne daran ist, dass sich mein „Reizdarm“ sofort beruhigt, wenn ich es nehme. Viele Leute nehmen es auch genau aus diesem Grund. Das Doofe ist aber, dass meine „Notlösung“ eben (genau aus diesem Grund) auch Verstopfung verursacht. Die Kunst ist es, die richtige Dosis herauszufinden. Und da es sich um einen nicht-regulierten Stoff handelt, ist auch jedes „Batch“ anders, sodass man also ständig am Probieren ist. Es nimmt mir morgens übrigens auch zuverlässig die Angst. Das habe ich letzte Woche erst herausgefunden. Ich wusste, dass es angstlösend wirkt, aber mir war nicht bewusst, dass es so zuverlässig und gut ist. Beruhigungsmittel machen mich ja müde, sodass ich sie morgens nicht nehmen kann. Dieses Kraut jedoch macht das nicht. Es scheint die Lösung (fast) aller Probleme zu sein. Aber ganz so einfach ist es natürlich auch nicht…

Von meiner OP am 22. Dezember letzten Jahres habe ich mich völlig erholt. Ich merke überhaupt nichts mehr – leider auch nichts Positives. Ich mach ja seit Anfang Februar auch wieder Sport, allerdings bin ich, was mein Herz-Kreislauf-System anbelangt, noch lange nicht wieder da, wo ich vor der OP war. Ich glaube, dass auch das ein wenig an Venlafaxin liegt: Dienstag hatte ich versucht, ein Workout mit meiner Lieblingstrainerin Yvette Bachman (Youtube) zu machen. Vor der OP habe ich locker 90 Minuten geschafft. Am Dienstag musste ich nach 20 Minuten aufgeben, da mir schwindelig vor Anstrengung war. Auch sehr frustrierend. In der Woche davor hatte ich mich schon bis 40 Minuten hochgearbeitet. Seither habe ich auch nichts Anstrengendes mehr gemacht. Den zu viel Anstrengung führt ja zu – tada – Schlafmangel. Heute versuche ich es aber noch mal.

Tja, das ist alles nichts Neues. Aber so ist mein Leben eben gerade. Nicht schön. Aber ich arbeite daran.