Ohne Panik

Frustriert

In Tagebuch, Ted on 7. August 2017 at 19:29

Ich war so stolz darauf, einen Kompromiss gefunden zu haben. Keine (Streit-)Gespräche mehr über „Nothing“ am Telefon, dafür aber kein Kontaktabbruch durch die Website, die ich Ted vorgestern gebaut hatte. Nun ja. Fand er blöd.

Weil ich weiß, dass er den persönlichen Kontakt braucht, und weil ich ihn ja auch nicht bestrafen sollte, sondern einfach mit dem Streiten aufhören wollte, habe ich Ted vorhin angerufen. Ich habe den Zeitpunkt bewusst so gewählt, dass er nicht viel Zeit haben würde, aber da habe ich mich wohl vertan. Die Zeit hat er sich dann genommen.

Er findet die Website blöd. Er braucht persönlichen Kontakt. Er will mit mir nicht über einen Blog kommunizieren. Ich sollte mit ihm sprechen.

„Ok“, sagte ich enttäuscht, „dann schlag etwas anderes vor“.

„Wir müssen miteinander sprechen.“

„Aber wir reden seit Monaten und es führt zu nichts. Wir brauchen eine neue Lösung. Es reicht nicht, uns einfach zusammenzureißen und zu reden, wir kommen auf keinen grünen Zweig.“

„Ich verstehe nicht, es ist doch so einfach. Warum musst du es so kompliziert machen?“

Ich hätte echt schreien können.

„Wir brauchen eine neue Lösung, Ted. Wenn wir nichts ändern, wird sich nichts ändern!“

„Liebst du mich?“

„Ja.“

„Dann arbeiten wir gemeinsam dran, wir kriegen das schon hin.“

Es hilft nichts. Ted meint, dass die Liebe reicht, damit alles von selbst wieder in Ordnung kommt. Er kapiert nicht, dass die Liebe leidet, wenn man sich ständig streitet. Ja, ich liebe ihn. Ja, meine Liebe nimmt täglich ab. Liebe allein ist die Grundlage. Genauso wie Treue. Aber das reicht allein nicht aus, um eine gute Beziehung zu haben.

Wir haben uns nicht gestritten, aber es war ein sehr frustrierendes Gespräch. Einfach, weil wir dasselbe Gespräch seit mindestens 4 Monaten – wahrscheinlich länger – führen. Er macht noch nicht mal den Ansatz des Versuchs einer Änderung. Ich probiere so vieles, aber all das ist für ihn Pillepalle. Wenn wir uns lieben, dann wird es schon irgendwie klappen. „It will work itself out“. Nein, die Hoffnung habe ich aufgegeben.

Er rief dann noch ein zweites Mal an. Wieder dieses Gerede über die Beziehung. „Ich habe eigentlich alles gesagt, was es zu sagen gibt“, erklärte ich ihm. „Wir müssen etwas ändern, wenn sich etwas ändern soll.“

Wie es weitergehen soll, weiß ich nicht. Die Website werde ich jetzt einstellen, bringt ja nichts. Zu Ted dringe ich damit nicht vor, für mich ist es zeitraubend und frustrierend. Es ist so, als hätte er nichts von dem verstanden, was ich ihm geschrieben habe, obwohl er es offensichtlich gelesen hat. Er findet, dass er all das, was ich vorgeschlagen habe, schon macht: „Aber unternehmen doch etwas, wir sind doch nach New York gefahren und nach St. Pete und…. “ Ja, sind wir. Aber was haben wir dort gemacht: Geschlafen und gesoffen. Er findet es nach wie vor bescheuert, sich mit seiner Freundin zu verabreden („appointments“). Er kapiert nicht, warum ich es so beleidigend („offensive“) finde, wenn er mich fragt, ob wir noch ein Paar sind. Ich kann erklären, bis ich blöd umfalle: Ich brauche kein „Appointment“, wenn er abends vorbeikommen will. Ich brauche aber eines tagsüber, denn normalerweise arbeite ich dann. Ich finde es auch nicht doof ihm zu sagen, dass wir ein Paar sind. Ich finde es doof, ihm das alle 30 Sekunden innerhalb eines Verhörs zu sagen. Er kapiert es einfach nicht. Und wenn ich es ihm erkläre meint er „Warum machst du es so kompliziert?“ Er wird jetzt wahrscheinlich so weitermachen wie bisher. Ich kann nicht mehr. Ich werde einfach erst mal mein Telefon abstellen.

Ich fühle mich so frustriert, ich könnte den Kopf gegen eine Tür rammen. Ich hätte diesen Webseiten-Versuch gar nicht starten sollen, er hat nur dazu geführt, dass ich wieder Hoffnung geschöpft habe und jetzt erneut enttäuscht bin. Wie häufig kann man denn auf den Bauch fallen?

Etwas Gutes hat die Sache ja: Ich kann mir nicht vorwerfen, ich hätte es nicht versucht. Und ich bin jetzt auch schon daran gewöhnt, ihn nicht ständig am Telefon zu haben, ihn nicht ständig anrufen zu wollen bzw. angerufen zu werden. Damit wird es mir dann leichter fallen, ihn nicht von mir aus zu kontaktieren.

Wie kann es sein, dass er einfach überhaupt nicht versteht, was ich von ihm will? Es liegt doch nicht an der englischen Sprache.

 

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