Ohne Panik

Sexträume – befreite Sexualität?

In Sex, Ted on 11. Januar 2018 at 09:38

Meine Aussagen Ted gegenüber, dass ich mich überhaupt nicht für andere Männer interessiere und nicht absehen kann, wann und ob das noch mal so sein würde, werden durch meine Träume Lügen gestraft. Und dabei war ich völlig davon überzeugt, dass ich die Wahrheit sage. Ich spüre schon seit Monaten (oder Jahren?) keine Lust mehr auf Sex. Klar, wenn wir einmal zu Gange sind, entwickelt sich die Lust, aber von mir aus kommt da gar nichts. Schade eigentlich, da ich mich auch anders kenne. Und mein Desinteresse an anderen Männern besteht schon viel länger. Sobald ein Mann auch nur einen Funken Interesse zeigt, weiche ich aus. Das hat sich sogar gestern beim Salsa tanzen gespürt und gezeigt. Da tauchte nämlich André wieder auf. Und der war mir gestern einfach nur peinlich. Ich hab keine Lust mehr auf das Prickeln, das Ausharren, das Kämpfen. Ich will Ruhe. Wenn es nach mir geht, könnte ich auch ins Kloster gehen.

Nur: Meine Träume sprechen da eine andere Sprache. Letzte Nacht hatte ich zum zweiten Mal innerhalb von einer Woche einen Sextraum. Den ersten habe ich vergessen, leider. Der zweite verblasst gerade, wie das mit Träumen so ist. Deswegen will ich wenigstens die Konturen noch aufschreiben.

Auslöser war sicher der junge muskulöse, tätowierte Kerl, der mir gestern per Facebook geschrieben hatte. Ich hatte in einer Fotogruppe sein Foto mit „gefällt mir“ markiert, denn das Foto war echt klasse, und darauf hin meinte er, wortwörtlich, „ich dachte, ich versuchs mal“. Naja, versuchen kann man es ja, aber wie gesagt, ich habe kein Interesse an Männern, und dieser spezielle Kerl sah zwar heiß aus, hätte aber locker der Vater meiner gerade schulpflichtigen Enkelkinder sein können. Ne danke, und das sagte ich ihm auch. Das hinderte mich aber nicht daran, von einem älteren, ähnlich sexy Exemplar (mit langen Haaren, darauf steh ich eigentlich gar nicht) zu träumen.

Den Kerl im Traum hatte ich zufällig (ohne wen zu suchen) online getroffen, wie genau weiß ich nicht mehr. Wir fühlten uns sofort zueinander hingezogen und hatten direkt Sex, und das war ziemlich geil. Da wir uns so gut gefielen, konnten wir uns nicht voneinander lösen, und so nahm er mich mit im Auto nach Hause, wo er mit seiner Familie reden musste. Ich wartete geduldig auf der Couch, bis er wieder Zeit für mich hatte, und dann legten wir uns in irgendein Bett, wo er aber noch telefonieren musste. Dabei war auch noch ein anderer Kerl. Jünger, muskulös mit einem perfekten Körper und ganz glatter Haut. Während mein Traumtyp neben mir liegend also mit irgendwem telefonierte, wurde ich in Erinnerung an unseren Sex so scharf, dass ich dem anderen Glatthaut-Kerl wohl Signale gab, mit mir zu schlafen. Ich erinnere mich daran, dass er groß und muskulös war, und er hatte einen großen perfekten Schwanz. Aber bevor es soweit kam, öffnete ich die Augen und stellte fest, dass ich da nicht mit meinem Traumtyp, sondern mit jemand ganz anderem zugange war. Also verscheuchten wir den Glatthaut-Kerl und kümmerten uns wieder um uns selbst. Von seiner Wohnung aus fuhren wir dann weiter mit dem Auto wieder zu mir nach Hause, in dem ich meine Handtasche vergaß (ein wiederkehrendes Thema mit der Handtasche, sowas habe ich auch schon mal von meinem Coach, mit dem ich irgendwann im November glaube ich „Traumsex“ hatte, geträumt). Auf der Suche nach der Handtasche wachte ich dann leider auf.

Was bleibt ist ein wundervolle Prickeln (das ich ja gar nicht will) und die Lust auf einen knackigen Kerl. Warum diese Träume jetzt aber so gehäuft auftreten ist mir ein Rätsel. Hab ich mit Ted nur meinen Wunsch auf wilden Sex und geile Kerle unterdrückt? Ich habe in den letzten Jahren wirklich niemanden gesehen, der mir so gut gefallen hätte, dass ich mit ihm hätte Sex haben können. Ist es möglich, die Lust auf fremde Haut einfach zu verdrängen? Das wusste ich nicht. Ich habe immer gedacht, die Lust käme zwangsläufig irgendwann einmal, und dann wäre es ein Zeichen von Charakterstärke, nicht fremdzugehen. Bei mir war die Lust in den Jahren mit Ted nie da.

Schön ist es auch zu wissen, dass ich noch Lust haben kann. Ich kam mir in den letzten Monaten und Jahren regelrecht frigide vor.  Da war wirklich null Lust. Mir schwante, dass das was mit meiner nicht so guten Beziehung mit Ted zu tun haben könnte, und ich hatte so etwas ja auch schon mal mit meinem Exmann erlebt – dem einzigen Mann, dem ich je fremdgegangen bin. In unserer Ehe hatte ich auch jahrelang keine Lust mehr auf Sex gehabt, und dann bin ich regelrecht sexhungrig daraus hinausexplodiert. Jetzt aber weiß ich es. Und vielleicht ist es ja sogar so, dass Ted nicht nur meine Lust auf Sex mit ihm, sondern einfach generell meine Sexlust gekillt hat. Oder, um fair zu sein, nicht Ted, sondern unsere Beziehung. It takes two to tango.

Tja, und Ted? Der hatte sich vorgestern Abend bei mir gemeldet. Er hat drei Mal nacheinander angerufen, beim dritten Mal bin ich drangegangen. Ich hatte lange überlegt, ob ich das Gespräch annehmen sollte, aber dann überwog die Neugier. Was wollte er? Nichts. Und da wurde ich kalt. Er wollte mir nur sagen, dass er mich liebt. „Das reicht mir nicht“, antwortete ich und beendete das Gespräch. Zunächst hatte ich das Gefühl, versagt zu haben. Ich hatte mit Ted gesprochen, obwohl ich es eigentlich nicht gewollt hatte. Aber dann beruhigte ich mich. Ich war ja nicht schwach geworden. Seitdem ist auch Ruhe im Karton. Nicht auszuschließen, dass Ted sich noch  mal meldet, denn ich habe gerade das Gefühl, dass er tatsächlich  mehr verloren hat als ich. Aber wer weiß. Die Sexträume – meine befreite Sexualität – sind ein weiterer Grund, mich von diesem Mann fernzuhalten.

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  1. […] Interesse jemals zurückkommt. Dass ich absolut null Bock auf Sex habe. Und kurz darauf habe ich 2 Sexträume und denke im Anschluss sabbernd an Jürgens flirtigen Wortwitz, den Spaß, den wir immer hatten, […]

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